Der arme Heinrich

Mittelalterprojekt der 7d in Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg (November 2014)

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Warum war „Der arme Heinrich“ eigentlich so arm?
Mittelalterprojekt der Klasse 7d in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg


Vier Wochen lang durften die Schüler/innen der Klasse 7d im Deutschunterricht die Welt des Mittelalters lebendig erleben, beschäftigten sie sich doch zusammen mit der Studentischen Mitarbeiterin des Lehrstuhls der Älteren deutschen Literaturwissenschaft, Frau Dechant, eingehend mit der mittelhochdeutschen Versnovelle „Der arme Heinrich“ von Hartmann von Aue.
Dabei stand die überraschendste Erkenntnis gleich zu Beginn, als die Klasse eine zusammenfassende Übersetzung des Werkes gelesen hatte: „Das ist ja richtig spannend!“ Denn die Geschichte, in der ein Edelmann von einer Aussatzkrankheit befallen wird und nach Aussage eines Arztes nur geheilt werden kann, wenn sich eine Jungfrau für ihn opfert, beginnt schon recht dramatisch. Heinrich zieht sich dann vom adeligen Leben zurück, eine junge Bauerstochter lernt ihn kennen und schätzt ihn so sehr, dass sie sich für ihn opfern will. Schließlich liegt sie schon unter dem Messer, mit dem sie getötet werden soll, da… - genau an diesem Punkt hörte die Geschichte für die Schüler erst mal auf.
Frau Dechant erarbeitete mit der Klasse in 14 interessanten Stunden zunächst ein Charakterbild Heinrichs (auch als Collage), die Schüler diskutierten viel über Tugend  und das mögliche Menschenopfer, und lernten dabei ganz nebenbei Grundbegriffe des Mittelhochdeutschen und die Welt des Mittelalters kennen. Für eine fiktive Jugendzeitung schrieben sie Artikel über den armen Heinrich und das Teenager-Mädchen, das sich für ihn opfern will. Anschließend wurden in hart geführten Redaktionskonferenzen die besten Artikel ausgewählt.  Und nicht zuletzt entwarfen die Schüler  selbst verschiedene Schlüsse für die Geschichte, die sie mit dem von Hartmann von Aue verglichen.
Stoffe des Mittelalters stehen im Lehrplan der 7. Jahrgangsstufe – dass sie aber so unterhaltsam und begeisternd ausfallen können, hatten die Schüler nicht erwartet. Dies ist vor allem Frau Dechant und ihrem Dozenten Dr. Goller zu verdanken, die gemeinsam mit dem Deutschlehrer, Herrn Stübinger, dieses Projekt engagiert und arbeitsreich vorbereiteten. „Mimasch – Mittelalter macht Schule“  (www.mimasch.de) heißt auch die Initiative von Dr. Goller, mit der er das Mittelalter lebendig und motivierend in die Schulen bringt. Am E.T.A. ging dieser Plan auf – das Projekt war ein voller Erfolg! Die Fachschaft Deutsch des E.T.A. bedankt sich herzlich, nicht zuletzt in der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Mittelalter-Projekte an unserer Schule!

Martin Stübinger










Fotos: M.Stübinger - Anklicken vergrößert!

06. 11. 2014/Th