Meeresbiologisches Praktikum in Pula

Q11 und KS12 an der Küste Kroatiens (17. bis 25. Juli 2010)

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Unser meeresbiologisches Praktikum in Pula

17./18.07.2010
Nach 16 Stunden kamen wir in Pula an, nachdem wir um 7:30 Uhr in Bamberg gestartet waren - nach einer Busfahrt mit vielen Staus, aber mit Schülern und Lehrern voller Vorfreude und Neugierde, was sie in der Jugendherberge und der Meeresschule alles erwarten würde. Aber diese Vorfreude haben sich alle für die nächsten Tage aufgehoben und sind für diesen Tag, nach einem späten Abendessen, erst einmal müde ins Bett gefallen.
Der nächste Morgen startete um 9 Uhr mit einem Frühstück, gefolgt von einer theoretischen Einführung in der Meeresschule über die Merkmale Kroatiens und die Entstehung des Mittelmeers. Doch um nicht bei der Theorie zu bleiben, durften wir nach kurzen Erklärungen zum Schnorcheln endlich ins Meer. Um ein bisschen vertrauter mit Taucherbrille und Schnorchel zu werden, machten wir verschiedene Übungen, wie das „Abtauchen mit Druckausgleich“. Auch wenn es allen trotz aufziehenden Gewitters viel Spaß gemacht hat, brauchten wir eine Pause. Also gingen wir zurück zur Jugendherberge, um Mittag zu essen, danach aber gleich wieder zurück zur Meeresschule. Dort teilten wir uns in 2 Gruppen, eine, die trotz Regens Meeresbewohner in der Bucht suchte, und eine andere, die sich mit Küstenzonen und deren Bewohnern beschäftigte. Diese Küstengruppe bekam sowohl eine theoretische Einführung in die weiße, graue und schwarze Zone, als auch kleine praktische Aufgaben, die wiederum kleinere Gruppen direkt an der Küste bearbeiten sollten. Nach den Vorträgen der kleinen Gruppen über ihre Ergebnisse endete der Tag an der Meeresschule.
Am Abend machten sich alle noch auf den Weg in die Stadt, um die Restaurants zu testen und in den Supermarkt zu gehen.

Julia P. und Michelle

19.07.2010
Gestärkt nach dem Frühstück verließen wir die Jugendherberge und begaben uns auf den Weg zur Meeresschule. Dort begrüßten uns die Mitarbeiter und teilten uns den heutigen Tagesablauf mit. Am Vorabend waren wir in 2 Gruppen aufgeteilt worden, wobei die eine sich mit Tieren und Pflanzen im Meer beschäftigte, die andere mit denjenigen an der Küste. Unsere Gruppe sollte sich an diesem Morgen auf die Suche nach den Lebewesen im Meer machen, nachdem wir am vorigen Abend an der Küste gewesen waren. Im folgenden bestand unsere Aufgabe darin, verschiedene Lebewesen vom Grund des Meeres heraufzuholen, in Behälter zu geben und anschließend zu untersuchen. Danach präsentierte jede einzelne Gruppe ihren Fund, wie einen Schleimfisch, der sich als Anemonengrundel entpuppte, eine Seespinne, sowie Seeigel und Seegurke. Um die Details des Körperbaus besser zu erkennen, vergrößerten wir die Tiere mit Hilfe einer Kamera.
Bevor das Nachmittagsprogramm begann, aßen wir zu Mittag. Daraufhin versammelten wir uns wieder in der Meeresschule und wurden in abermals in kleinere Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe befasste sich mit sessilen Lebensformen. Nach einer kurzen Bootsfahrt schnorchelten wir an der Küste Stojas die Schatten- und Sonnenwand entlang und betrachteten allerlei festsitzende Tiere, wie Goldschwamm und die Meertomate. Anschließend wurde uns, mittels einer Präsentation, die Theorie über die gerade gesehenen Organismen erläutert. Zu guter Letzt ließen wir den restlichen Abend mit Freizeitprogramm ausklingen.

Micha und Yvonne

20.7.2010
Heute mussten wir alle bereits eine halbe Stunde früher aufstehen und waren dementsprechend eine halbe Stunde müder. Doch trotzdem machten wir uns nach einem Frühstück auf den Weg in die Meeresschule. Am Vormittag tauschten wir die Gruppen, so dass die 12. Klasse die Schattenwand besuchte und wir eine Seegraswiese erkundeten. Nach einem Vortrag über die Artenvielfalt dieses Lebensraumes gingen wir mit einer Seegrasdredsche ins Meer und holten so einige Tiere heraus. Außerdem konnten wir die Seegraswiese erschnorcheln. Anschließend betrachteten wir die Tiere, wie z.B. Einsiedlerkrebse, Seenadeln (Verwandte des Seepferdchens), Garnelen, usw. unter dem Binokular und entdeckten viele interessante Details. Nach einer Mittagspause ging es um 14 Uhr weiter mit den Fischen. Zuerst wurden uns einige Fischarten, wie Seebrassen, Barsche oder Lippfische, erklärt, die wir später selbst im Meer suchen und fangen sollten. Das erwies sich als sehr kompliziert, aber am Schluss hatten wir doch einige Fischarten im Kescher. Diese sollten nun ein neues Zuhause in einem selbst gestalteten Aquarium bekommen, weshalb wir Sediment, Pflanzen und Steine suchten und säuberten. Es entstanden zwei neue Aquarien, in denen sich unsere Fische hoffentlich wohlfühlten. Der Abend stand wieder zur freien Verfügung. Die meisten gingen in ein Restaurant oder erkundeten die Stadt.

Hanna und Leonie

21.7.2010
Am Mittwoch, machten wir uns, gleich nach dem Frühstück, Richtung Innenstadt auf. Bei 35°C kamen wir schnell ins Schwitzen, konnten uns dann aber noch kurz im Fischmarkt abkühlen. Die anschließende Stadtführung durch das siebenhügelige Pula lieferte interessante Fakten: Die ehemalige römische Stadt ist mit knapp 80.000 Einwohnern die größte Stadt Istriens und beherbergt noch immer beeindruckende antike Gebäude. Unter anderem führte unser Weg am Forum, Rathaus mit Tempel, der Festung und dem Amphitheater vorbei. Der Nachmittag wurde, besonders von den Mädchen, zum ausgiebigen Shoppen benutzt. Und nach einem gemeinsamen Essen in der Jugendherberge ließen die meisten den Abend am Strand und in Cafés ausklingen.

Johannes

22.7.2010
An diesem Tag konnten wir ohne festgelegtes Rahmenprogramm unseren Tag gestalten wie wir wollten. Einige gingen in die Stadt, andere blieben am Kiesstrand der Jugendherberge, um sich zu bräunen und zu entspannen. Dabei wachte Frau Murr in ihrer Strandmuschel über uns, als einige ihr naturwissenschaftliches Interesse auslebten und das in der Meeresschule erworbene Wissen praktisch anwandten. Am Ende des Tages gingen die meisten in die Pizzeria, um zu Abend zu essen und den Tag geruhsam ausklingen zu lassen.

Lea und Sophia

23.7.2010
Nach dem Tag ohne Rahmenprogramm folgte der vierte Meeresschulentag, der auch das Highlight unseres biologischen Praktikums beinhaltete: Die Erkundung einer Grotte. Nach einer ca. zwanzigminütigen Bootsfahrt erreichten wir unser Ziel. Zur Einführung erhielten wir in einem Vortrag Informationen über die Grotte allgemein und die darin lebenden Tiere und Pflanzen. Im Gegensatz zu einer Höhle verfügt eine Grotte über eine direkte Luftzufuhr und die Decke liegt über der Wasseroberfläche, so dass man sie problemlos durchschnorcheln kann. Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse im Inneren leben vor allem sessile Tiere, wie Schwämme oder Seetomaten, dort. An Eingang und Ende der Höhle sitzen passive Filtrierer, da dort die Strömungsverhältnisse besonders günstig sind. Die aktiven Filtrierer, zum Beispiel Schwämme, dagegen sind im ruhigem Wasser in der Mitte der Grotte anzutreffen, da sie selbst einen Wasserstrom erzeugen können, durch den sie Nahrung aufnehmen. Während wir in Kleingruppen nacheinander die Grotte erkundeten, bot sich für die Wartenden die Möglichkeit, von einer ca. acht Meter hohen Klippe zu springen.
Im Nachmittagsprogramm erhielten wir zunächst Informationen über verschiedene Krebstiere, ihre Körpermerkmale und Lebensräume. Im nachfolgenden praktischen Teil fingen wir die kennengelernten Arten ein und waren in der Lage, diese durch den vorherigen Theorieteil voneinander zu unterscheiden.
Nach einem weitern ereignisreichen und informativen Tag kehrten wir in unsere Jugendherberge zurück und ließen den Abend gemütlich am Strand ausklingen.

Julia A. und Saskia

24.7.2010
Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse war es uns an diesem Morgen nicht möglich, das vorgesehene Programm durchzuführen. Stattdessen wurden wir über den Fang und die Zucht verschiedener Fischarten informiert und erhielten einen Einblick in die Vorgehensweise von Greenpeace und Sea Shepherd gegen die Überfischung des Mittelmeeres. Der nächste Programmpunkt beleuchtete das Thema Ökologie mit dem Schwerpunkt Stabilität. Dazu erarbeiteten wir in kleinen Gruppen diverse Methoden zur Messung der Stabilität eines Untergrunds. Nachdem die erarbeiteten Ideen gemeinsam besprochen worden waren, bekamen wir den Auftrag, diese in die Praxis umzusetzen. Nach ca. 45 Minuten und nach der Erprobung verschiedener Methoden folgte noch eine kurze Nachbesprechung und ein Ausblick aufs Nachmittagsprogramm.
Nach dem Mittagessen war es unsere Aufgabe, die Wassertiefe an einem Küstenstreifen zu vermessen. Um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten, teilten wir uns in drei Gruppen auf, die je 10 Meter vermaßen. Ein Teil jeder Gruppe schwamm im Wasser und führte eine „Boje“ mit sich, an der, mit einer Schnur einer bestimmten Länge, Steine befestigt waren. Sobald die Schnur gespannt war und gleichzeitig die Steine den Boden berührten, vermaßen wir den Abstand von der Boje zum Festland, wo die andere Hälfte der Gruppe Aufzeichnungen machte. Diesen Vorgang wiederholten wir mehrmals und mit verschieden langen Schnüren. Unsere zweite Aufgabe war es, in den verschiedenen Tiefen nach unbewachsenen bis stark bewachsenen Steinen zu suchen, um abzuschätzen, wie oft die Steine durch die Wasserbewegung umgewälzt wurden. Anschließend wurden die Ergebnisse verglichen.

Laura D. und Teresa

Während die meisten E.T.A.ler entspannt ihre letzten Unterrichtsstunden des Schuljahres über sich ergehen ließen, erwarteten uns in Kroatien harte Arbeitstage.

Schließlich waren wir eigens nach Pula gereist, um dort die Tier- und Pflanzenwelt der nördlichen Adria zu erforschen

Die römischen Wurzeln der Stadt Pula lernten wir auf einer schweißtreibenden Stadtführung kennen.

Unser Stadtführer Boris zeigte uns nicht nur diverse Theater und erklärte uns detailliert den Ablauf von Gladiatorenkämpfen, …

…sondern ließ auch zahlreiche weitere Aspekte der bewegten Geschichte Istriens vor unseren Augen und Ohren lebendig werden.

Den Schwerpunkt unserer Exkursion aber bildete natürlich das meeresbiologische Praktikum, …

… das wir an der Meeresschule in Pula absolvierten.

Bevor es ans Eingemachte ging, lernten wir zunächst den sachgerechten Umgang mit Tauchermaske, Schnorchel und Flossen.

Das Gelernte setzten wir sogleich in unserer „Hausbucht“ in die Praxis um.

Dabei hatten alle ihren Spaß!

Jetzt waren wir sozusagen mit allen Wassern gewaschen und aufnahmebereit für den ersten von unzähligen Theorieblöcken.

Die Mitarbeiter der Meeresschule führten uns ausführlich in die Biologie der Meeresbewohner ein.

So lernten wir viel Interessantes über Seepocken (nähere Infos hierzu bei den Kursteilnehmern!), Seeanemonen, Seegurken & Co.

Manche Vorträge fanden auch unter freiem Himmel statt.

All das weckte unseren Jagdinstinkt, und wir schwärmten schwer bewaffnet aus, um die zuvor besprochenen Organismen einzufangen.

Natürlich wurden die Fänge stolz herumgezeigt und fachmännisch begutachtet.

Fürsorglich richteten wir für sie eigene Aquarien ein. (Später wurden sie wieder frei gelassen.)

Die wissenschaftliche Aufarbeitung erfolgte dann an der Meeresschule. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden den anderen in Form von Kurzreferaten präsentiert.

Bei so viel Arbeit muss auch mal ein freier Tag drin sein! Den gönnten wir uns am Donnerstag. Immerhin waren wir neun Tage lang unterwegs Jeder einzelne Tag wurde von den Teilnehmern des einschlägigen P-Seminars genauestens dokumentiert.
Zur Meeresbiologie gehört auch der Lebensraum Felsküste, der in drei Zonen eingeteilt werden kann. Wir untersuchten die einzelnen Zonen und hielten unsere Erkenntnisse in Form von beschrifteten Zeichnungen fest.

Echte Highlights unserer meeresbiologischen Projektwoche waren die Bootsfahrten zu besonderen Schnorchelplätzen.

Hier beschäftigen wir uns beispielsweise gerade mit sessilen Organismen an einer Schattenwand.

Unter Wasser sieht eine entsprechende Führung dann so aus wie auf diesem Foto. Echt grottig versprach der Freitag zu werden. Ein Boot der Meeresschule brachte uns zu einer etwas weiter entfernten Bucht, …

… von wo aus es nicht mehr weit war zu einer stockdunklen Meeresgrotte, die wir (einschließlich der dort lebenden Organismen) wagemutig erkundeten.
Besonders Tollkühne stürzten sich vom Grottendach in die Tiefe.

Schließlich lernten wir das Meer noch von seiner anderen Seite kennen. So planten wir unser ökologisches Projekt zunächst an Land, bevor wir uns dann doch ins kühle Nass begaben, um dem Faktor „Stabilität“ auf die Spur zu kommen. Ach ja, untergebracht waren wir übrigens in der Jugendherberge von Pula. Die liegt direkt am Meer.
Hier ging unsere ereignis- und lehrreiche meeresbiologische Projektwoche dann auch schließlich zu Ende.
Ciao Pula – und hoffentlich bis bald!

Fotos: U. Murr und M. Marinelli - Anklicken vergrößert!

24. 07. 2010/Th