Am
Mittwoch fuhren einige Lateinschüler der Oberstufe zusammen mit dem
P-Seminar „Archäologie“ und dem W-Seminar „Im Schatten des Vesuvs“ der
11. Jahrgangsstufe nach München.
Vormittags stand die aktuelle Ausstellung der Archäologischen
Staatssammlung auf dem Programm. Unter dem Titel „Licht des
Südens“ wurde der Austausch von Waren und Ideen zwischen den
antiken Völkern Zentraleuropas und des Mittelmeers eindrucksvoll
dargestellt.
Schon damals entstanden bedeutende Handelsrouten, auf denen
beispielsweise Kupfer von Zypern, Eisen aus der Türkei, Bernstein und
Bronze aus Nord- und Ostsee sowie verschiedene Weine aus Griechenland,
Italien oder Spanien in alle Gebiete Europas gebracht wurden.
Nachweisen lassen sich solche Handelsbeziehungen heute u.a. durch
Grabbeigaben, die bei Ausgrabungen entdeckt werden. Hier lassen sich
zum Beispiel Schwerter aus Norddeutschland in Italien und Vasen
aus Griechenland in keltischen Fürstengräbern finden. Oder man stößt
bei gesunkenen Handelsschiffen auf eine Vielzahl verschiedener
Amphoren, die auf die Handelsbeziehungen zwischen Römern, Griechen,
Phöniziern und anderen Völkern schließen lassen.
Die sog. Glyptothek bietet eine großartige Sammlung von Statuen,
Reliefs und Mosaiken, die vom „Antike-Fan“ König Ludwig I. im 18.
Jahrhundert systematisch erworben wurden. Deren Besuch fand am
Nachmittag statt.
Dr. Florian Knauß, der Direktor der Glyptothek, hatte sich Zeit
genommen, um uns die Phasen der griechischen Plastik zu
erläutern. Dem geometrischen Zeitalter folgte die Archaik. Hier
entstanden neben den ersten Steintempeln Statuen, die mit exakt
festgelegten Proportionen dargestellt wurden. Danach setzt die Klassik
ein, in der die Beziehungen zwischen einzelnen Körperteilen verarbeitet
wurden und man explizit Muskelbewegungen darstellte. Im Hellenismus
bedachte man zum ersten Mal die Veränderungen des Körpers vom Kind zum
Erwachsenen und beachtete diese in den Werken.
Besonders eindrucksvoll war die Sammlung der Ägineten, die Ludwig I
nach München holte. Die Figuren, die die Giebeln des griechischen
Aphaia- Tempels auf der Insel Ägina schmückten, stellen die
Kämpfe um Troja dar.
Mit den verschiedensten Aufstellungsmöglichkeiten der Ägineten, vielen
eigenen Ideen und noch viel mehr Informationen machten sich die 18
Teilnehmer wieder auf die Rückfahrt. Wir möchten uns bei Herrn Schubert
für die Genehmigung der Fahrt und bei den beiden begleitenden
Lehrerinnen Frau Hausen und Frau Tinz für die tolle Organisation und
Durchführung bedanken und hoffen, dass auch weiterhin solche Fahren
stattfinden können.
Felix Hüttner
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