Auf der Suche nach antiken Spuren in München

P-Seminar „Archäologie“ und W-Seminar „Im Schatten des Vesuvs“ (Dezember 2011)

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Am Mittwoch fuhren einige Lateinschüler der Oberstufe zusammen mit dem P-Seminar „Archäologie“ und dem W-Seminar „Im Schatten des Vesuvs“ der 11. Jahrgangsstufe nach München.
Vormittags stand die aktuelle  Ausstellung der Archäologischen Staatssammlung auf dem Programm. Unter dem Titel „Licht des Südens“  wurde der Austausch von Waren und Ideen zwischen den antiken Völkern Zentraleuropas und des Mittelmeers eindrucksvoll dargestellt. 
Schon damals entstanden bedeutende Handelsrouten, auf denen beispielsweise Kupfer von Zypern, Eisen aus der Türkei, Bernstein und Bronze aus Nord- und Ostsee sowie verschiedene Weine aus Griechenland, Italien oder Spanien in alle Gebiete Europas gebracht wurden.
Nachweisen lassen sich solche Handelsbeziehungen heute u.a. durch Grabbeigaben, die bei Ausgrabungen entdeckt werden. Hier lassen sich zum Beispiel Schwerter aus Norddeutschland  in Italien und Vasen aus Griechenland in keltischen Fürstengräbern finden. Oder man stößt bei gesunkenen Handelsschiffen auf eine Vielzahl verschiedener Amphoren, die auf die Handelsbeziehungen zwischen Römern, Griechen, Phöniziern und anderen Völkern schließen lassen.

Die sog. Glyptothek bietet eine großartige Sammlung von Statuen, Reliefs und Mosaiken, die vom „Antike-Fan“ König Ludwig I. im 18. Jahrhundert systematisch erworben wurden. Deren Besuch fand am Nachmittag statt.
Dr. Florian Knauß, der Direktor der Glyptothek, hatte sich Zeit genommen, um uns die Phasen der griechischen Plastik zu erläutern.  Dem geometrischen Zeitalter folgte die Archaik. Hier entstanden neben den ersten Steintempeln Statuen, die mit exakt festgelegten Proportionen dargestellt wurden. Danach setzt die Klassik ein, in der die Beziehungen zwischen einzelnen Körperteilen verarbeitet wurden und man explizit Muskelbewegungen darstellte. Im Hellenismus bedachte man zum ersten Mal die Veränderungen des Körpers vom Kind zum Erwachsenen und beachtete diese in den Werken.
Besonders eindrucksvoll war die Sammlung der Ägineten, die Ludwig I nach München holte. Die Figuren, die die Giebeln des griechischen Aphaia- Tempels auf der Insel Ägina schmückten,  stellen die Kämpfe um Troja dar.
Mit den verschiedensten Aufstellungsmöglichkeiten der Ägineten, vielen eigenen Ideen und noch viel mehr Informationen machten sich die 18 Teilnehmer wieder auf die Rückfahrt. Wir möchten uns bei Herrn Schubert für die Genehmigung der Fahrt und bei den beiden begleitenden Lehrerinnen Frau Hausen und Frau Tinz für die tolle Organisation und Durchführung bedanken und hoffen, dass auch weiterhin solche Fahren stattfinden können.

Felix Hüttner






Fotos: F. Hüttner - Anklicken vergrößert!

15. 01. 2012/Th