
| Die ganze Welt ist eine Bühne,
oder: Wann ist ein Mann ein Mann?
Viola, die ein Schiffsunglück überlebt und dabei scheinbar ihren Bruder
verloren hat, wird an den Strand von Illyrien gespült. Um sicherer zu
sein, beschließt sie, sich als Mann zu verkleiden und fortan als
Jüngling Cesario am Hof des Herzogs Orsino zu dienen. In diesen
verliebt sie sich auch bald heimlich, er selbst allerdings schwärmt für
die Gräfin Olivia, die wiederum Gefallen an Cesario findet, den sie nur
als männliches Wesen kennt.
Und so befindet sich Viola im Wechselbad der Gefühle, in dem sie oft
nicht weiß, ob sie nun Mann oder Frau sein soll. Sind Männer und Frauen
wirklich so unterschiedlich? Lieben sie verschieden?
Als Violas totgeglaubter Bruder Sebastian schließlich auch noch auftaucht, ist die Verwirrung komplett.
|
"All the world's a stage, and all the men and women merely players".
Dieser Satz aus Shakespeares "Wie es euch gefällt" trifft auf "Was ihr
wollt" besonders zu, gibt doch jeder der Charaktere vor, etwas zu sein,
was er nicht ist. Da wären nämlich außer den Liebenden noch Malvolio,
der Haushofmeister, der gerne Graf wäre; oder Sir Andrew, der den
Draufgänger mimt um Olivia zu imponieren; oder der Narr, der flink in
die verschiedensten Rollen schlüpft um mehreren Herren zu dienen.
Lediglich Sir Toby, der Onkel Olivias, scheint ehrlich – vor allem aber
aus dem Grund, dass er selten nüchtern ist.
Die Szenerie spielt zudem ebenfalls in einem Fantasieland, nämlich
Illyrien. Und so kann man sich am Ende, wenn alle Maskierungen gefallen
sind, nicht sicher sein, ob das "Spiel" nicht noch weiter geht...
|